Drachenschnur
Die Lenkdrachen besitzen in vielen Kulturen eine große Faszination für die großen und kleinen Piloten. Die Chinesen schicken sogar mit den Drachen ihre Wünsche zu den Göttern. Ein wichtiges Element stellen dabei die Drachenschnüre dar. Da es sich bei den Lenkdrachen um Luftfahrzeuge im Sinne der Luftverkehrsgesetze handelt, darf die Drachenschnur nicht mehr als 100 Meter betragen. Beim Steigenlassen des Drachens sollte nicht die Sicherheit tieffliegender Luftfahrzeuge (z.B. Segelflieger, Helikopter) beeinträchtigt werden. Die hochwertige Drachenschnur besteht heutzutage aus leichten, reißfesten Kunsttofffasern. Bei der Wahl der passenden Drachenschnur spielt die Größe und Zugkraft des Drachens sowie die herrschenden Windverhältnisse eine wesentliche Rolle.
Beim Drachensteigen lassen – auf Sicherheit achten
Bei Lenkdrachen mit Drachenschnüren mit mehr als einhundert Metern, müssen die Leinen von der zuständigen Luftfahrtbehörde genehmigt werden. Aber auch bei Drachenschnüren von 50 bis 100 Metern ist darauf zu achten, dass sie nicht mit Eisenbahnleitungen und Hochspannungsleitungen in Kontakt kommen. Es darf nicht vergessen werden, dass die Drachenschnur Strom leitet. Aus Sicherheitsgründen sollten diese Schnüre nicht aus Metall bestehen oder Metallfäden enthalten. Für Kinder, die zum ersten Mal im Herbstwind den Drachen steigen lassen, sind fünfzig Meter Drachenschnur ausreichend. Meist wird, zur einfacheren Handhabung, eine Plastikspule oder ein Rundholz im Handel mitangeboten. Da die dünnen Schnüre in die Finger schneiden können, sind z.B. Lederhandschuhe beim Herunterholen des Drachens praktisch.
Hightech-Materialien für die Drachenschnur
Beim Drachenbau lassen sich generell drei Kategorien von Leinen unterscheiden. Bei den einfaserigen Leinen handelt es sich meist um Nylonschnüre. Eine weitere Gruppe stellen die gedrehten Leinen dar, zu den der feste Bindfaden zählt. Die Drachenleinen besitzen die Eigenschaft, Windschwankungen ausgleichen zu können. Bei den hochwertigen Flugleinen handelt es sich um geflochtene Drachenschnüre, die oft einen Kernfaden beinhalten. Bei den Lenkdrachen werden in der Regel leichte, wenig dehnbare Kunsstoffleinen verwendet. Bei den qualitativ hochwertigen „Dyneema“ Drachenschnüren handelt es sich um die spezielle Kunststofffaser eines niederländischen Chemikonzerns, die als Marke geschützt ist. Die Dyneema-Kunststofffaser besteht aus hochfestem Polyethylen (PE) mit einer sehr hohen Zugfestigkeit , ca. 3000 bis 4000 Newton (N) pro Quadratmillimeter. Hochwertige Drachenschnüre besitzen mindestens zehn Kilogramm Zugkraft. Als Leinen-Bruchlast bezeichnet man die Zugkraft, die eine Drachenschnur mindestens aufbringen muss.